Die Suchergebnisse auf Google verändern sich ständig und zwar nicht wöchentlich oder monatlich, sondern täglich. Der Algorithmus der beliebtesten Suchmaschine der Welt wird stündlich angepasst. Das Ziel dabei ist jedoch immer das gleiche, Google bemüht sich nämlich jene Suchergebnisse zu zeigen, die der Intention des Suchenden am ehesten entsprechen. Neben diesen kleinen, ständigen Google Updates, gibt und gab es größere Überarbeitungen des Google-Algorithmus und genau darum soll es jetzt gehen.

In diesem Artikel werde ich einen Überblick über die zahlreichen großen Google Updates liefern, darunter Panda, Penguin, Hummingbird, Mobile, Rankbrain, Medic und Bert. Außerdem werden noch die mittlerweile üblichen Google Core Updates vorgestellt und ein kleiner Ausblick darauf, wie man sich vor den teils verheerenden Auswirkungen eines Updates schützt, darf zum Schluss auch nicht fehlen.

Inhaltsverzeichnis

Google Updates: Grundlage & Zielsetzung

Bevor die Google Updates im Einzelnen behandelt werden, gilt es zunächst einen wichtigen Punkt anzusprechen, der maßgeblich für das Gesamtverständnis ist und zwar welche Zielsetzung hat Google bei der Präsentation der Suchergebnisse. Dies gibt nämlich Aufschluss über den Sinn von Google Updates im Allgemeinen. Diese Grundlage ist häufig die erste Hürde eines jeden, wenn man erfolgreich SEO betreiben und trotz ständiger Updates relevant bleiben möchte. In diesem Sinne eine kurze Definition zur Zielsetzung von Google:

„Google setzt sich zum Ziel immer die Suchergebnisse zu zeigen, die der Suchintention (engl. search intent) des Suchenden am meisten gerecht werden. Das kann somit unter Umständen auch bedeuten, dass nicht notwendigerweise die informativsten oder die umfassendsten Artikel zu einem Suchterm (engl. keyword) angezeigt werden.“

Diese Zielsetzung klingt auf den ersten Blick trivial, erklärt aber oftmals, wieso nicht unbedingt die, aus sich des objektiven Betrachters gesehenen, besten Suchergebnisse, also jene die eine Frage am umfassendsten beantworten und die dazu nötigen Belege liefern, auf Platz 1 angezeigt werden. Darüber hinaus macht das Ganze auch definitiv Sinn, denn nicht immer benötigt der Suchende eine ausführliche Erkärung oder eine wissenschaftlich belegte Antwort. Googelt man beispielsweise die Kalenderwoche, sucht man, aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht nach einer Abfassung darüber, wieso es überhaupt 52 Wochen gibt, wieso dies Sinn macht und wie man sich die Kalenderwoche vielleicht sogar noch anhand des Datums selbst berechnen könnte.

Google Update: Panda

Das Google Update Panda, vom 24.02.2011, war eines der wichtigsten seiner Art und hat eine erste Revolution im SEO-Bereich hervorgerufen. Zuvor waren nämlich viele Taktiken erfolgreich, die nicht nur moralisch fragwürdig waren, sondern auch dem Suchenden letztlich falsche oder unbefriedigende Ergebnisse geliefert haben.

Die Hauptprobleme, die das Panda-Update in diesem Zusammenhang adressierte waren duplizierter Content, geklauter Content, schwacher Content, von Nutzern generierter Spam und Keyword-Stuffing. Unter Letzterem versteht man die Manipulation des Suchalgorithmus durch simples wiederholen des Hauptkeywords, oftmals so, dass der Leser es gar nicht sieht, wie beispielsweise in weißer Farbe am Ende eines Artikels.

Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, wurde mit dem Google Update Panda der sogenannte Quality Score eingeführt. Dabei handelte es sich im Endeffekt um eine Bewertung, also ein Ranking, das jeder Seite zugewiesen wurde und welches Aufschluss über die jeweilige Qualität des Beitrags geben solte. Im Großen und Ganzen kann konstatiert werden, dass es das Panda-Update war, das die Grundlage für eine moderne Suchmaschinenoptimierung, auf Englisch die Search Engine Optimization, kurz SEO, geschaffen hat.

Google Update: Penguin

Penguin war das nächste wichtige Google Update nach Panda, wurde am 24.04.2020 implementiert und beschäftigte sich hauptsächlich mit Links. Konkret ging es um spamartige Backlinks, irrelevante Links und Anchor-Text-Over-Optimization. Im Fokus waren dabei unnatürlich aussehende Backlinkprofile.

In diesem Zusammenhang wurden Seiten mit einem Downranking bestraft, die sich Backlinks über Linkfarmen gekauft haben, um so den Suchalgorithmus auszutricksen. Außerdem wurde gegen irrelevante Links vorgegangen, gemeint sind solche Links die von einer Seite auf die andere Seite verweisen, wobei die Themen eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

Der letzte, wichtige Anstoßpunkt war die sogenannte Anchor-Text-Over-Optimization. Mit dem Begriff Anchor-Text beschreibt man den Text eines Hyperlinks. Wenn man also Texte hatte, in denen immer wieder der gleiche Anchor-Text aufgetaucht ist, und dieser zu ein- und derselben Seite verlinkte, dann konnte man ebenfalls von einem Downranking ausgehen.

Google Update: Hummingbird

Das Hummingbird-Update von Google wurde am 22.08.2013 eingespielt und beschäftigte sich abermals mit der Qualität von Content aller Art. Im Mittelpunkt stand zum wiederholten Male Keyword Stuffing und dünner, bzw. schwacher Content. Es wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass Google die Suchterme, bzw. die Suchbegriffe, besser verstehen konnte und darauf aufbauend Ergebnisse lieferte, die der Intention des Suchenden besser gerecht wurden.

Um qualitativ schlechte Beiträge entsprechend im Ranking herunterzustufen, wurde zudem die Fokussierung von Keywords etwas zurückgestuft. Selbstverständlich behalten diese nach wie vor ihre Wichtigkeit, darüber hinaus kann der Algorithmus nach Hummingbird aber auch Beiträge ranken, die das exakte Hauptkeyword womöglich nicht beinhalten. Erreicht wird dieser Effekt durch ein besseres Sprachverständnis des Algorithmus, der nun insbesondere Zusammenhänge zwischen Begriffen besser herauslesen und verstehen, bzw. interpretieren kann.

Google Update: Mobile

Am 21.04.2015 setzte Google eine nächste Zäsur und zwar mit dem Google Update Mobile. Hier drehte sich auf einmal alles um die Mobilversion von Websites. Abgestraft wurden jene, die keine mobil kompatiblen Versionen hatten, also solche die nicht für Smartphones, bzw. Mobiltelefone oder andere mobile Geräte optimiert waren.

Mit dem Mobile-Update wurde ein Trend begonnen, der sich 2018 und 2020 in weiteren Updates fortsetzte und letzten Endes von der Devise ‘mobile first‘ gekrönt worden ist. Gemeint ist damit, dass der Algorithmus bei der Ausgabe der Suchergebnisse zuerst immer die mobile Version einer Website bewertet, sprich insbesondere auch beurteilt wie schnell und nutzerfreundlich diese für Mobilnutzer ist. Nur im Nachsatz und das nicht einmal notwendigerweise wird noch die Desktopversion für das Ranking herangezogen.

Google Update: RankBrain

RankBrain ist in der chronologischen Reihenfolge das nächste wichtige Google Update, das es anzusprechen gilt. Implementiert wurde RankBrain am 26.10.2015 und versteht sich im weitesten Sinne als Erweiterung von Hummingbird.Im Vorfeld hatte Google erkannt, dass es beim Verständnis von Suchtermen noch weiteren Verbesserungsbedarf gab. Dazu wurde der Algorithmus um ein Machine-Learning-System erweitert, das genau dabei helfen sollte.

Obwohl die genauen Details dieses Features nicht bekannt sind, gilt es als weitgehend akzeptiert, dass RankBrain dafür zuständig ist, die Suchergebnisse von Nutzern zu personalisieren. Beachtet werden neben dem eingegebenen Keyword nun auch die Search-History, also die bisherigen Sucheingaben, außerdem wird der Kontext der Suche, also der Suchkontext, besser verstanden, Implikationen werden beachtet und Synonyme können besser erkannt werden. Durch diese Veränderung wurde abermals schwacher Content bestraft, das gilt sowohl inhaltlich, als auch die Nutzererfahrung, bzw. UX, betreffend.

Google Update: Medic

Medic ist wohl eines der bekanntesten und kontroversesten Google Updates, das es bisher gegeben hat. Implementiert wurde es am 04.05.2018 und wurde deshalb so hitzig diskutiert, weil viele Content-Erzeuger (engl. content creator) massive Einbrüche in ihren Rankings zu beklagen hatten.

Dies basierte auf zwei Faktoren. Einerseits wurde ab Medic bei YMYL („Your Money Your Life“) -Themen wesentlich stärker auf die Autorität des Erzeugers geachtet. Andererseits wurde darüber hinaus, grundsätzlich Content schlechter gerankt, der nur schwache E-A-T-Signale vorweist. E-A-T steht für „Expertise, Authority, Trust“ und ist eine der Richtlinien, die für den Google Algorithmus eine große Rolle spielen und nach denen Google manuell, analog zu den Quality-Rater-Guidelines, Websiten bewertet.

Google Update: Bert

Bert ist das letzte, wichtige Google Update, das einen eigenen Namen bekommen hat und wurde am 22.10.2019 hinzugefügt. Content ist auch darin wieder der zentrale Dreh- und Angelpunkt gewesen und es ging darum abermals schlecht geschriebenen Content auszusortieren. Vor allem solche Beiträge, die keinen klaren Fokus hatten, womöglich zu viele unzusammenhängende Keywords bedienen sollten oder wo der Kontext nicht klar war, wurden auf einmal wesentlich schlechter gerankt.

Um dies zu bewerkstelligen, hat Google seine Technologie zur maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprache, auf Englisch das Natural-Language-Processing, stark verbessert. Damit stellt Bert nach Hummingbird und RankBrain ein weiteres Update dar, in dem Keywords ein Stück weit an Bedeutung verloren haben, da es dem Algorithmus immer besser gelingt Sprachzusammenhänge und Subtext zu verstehen.

Google Updates: Die Zukunft und der Übergang zu den Google Core Updates

Um diese grobe Übersicht nicht zu überladen, ist an dieser Stelle Schluss mit dem Aufzählen von Updates. Das passt gut, denn eigentlich seit 2017, aber ganz besonders seit März 2019, ist Google verstärkt darum bemüht die Updates weniger punktuell zu implementieren. Es sollen riesige Updates, wie etwa Panda oder Hummingbird es waren, in Zukunft vermieden werden.

Stattdessen ist man dazu übergegangen etwa im 3-6 Monatstakt sogenannte Google Core Updates zu releasen. Diese haben nach wie vor einen wesentlich größeren Impact, als die vielen kleinen Updates, die täglich oder sogar stündlich eingespielt werden. Nichtsdestotrotz scheint Google bemüht zu sein, die Rankings nicht mehr auf einen Schlag komplett durcheinanderzuwürfeln. Gelungen ist das soweit noch nicht ganz, aber der Algorithmus wird immer besser. Wer kann schon sagen, wie weit sich maschinelles Lernen noch weiterentwickelt und wie lange es dauert bis keine von Menschen geschriebenen Updates mehr notwendig sein werden.

Das letzte Google Core Update war das Google December 2020 Core Update, in welchem es vor allem darum ging die Auswirkungen des Google May 2020 Core Update noch einmal nachzubearbeiten.

Google Updates: Wie schütze ich mich? Was hilft?

Ganz zum Abschluss dieses Artikels, soll noch einmal darauf eingegangen werden, was man jetzt eigentlich gegen all diese Einschnitte tun konnte oder tun kann. Die Antwort ist ebenso einfach, wie frustrierend. Am besten schützt man sich gegen die Auswirkungen von größeren Veränderungen im Google Algorithmus, indem man großartigen Content, bzw. Beiträge, Artikel, Blogposts oder sonstiges kreiert. Wenn das, was man auf seiner Website veröffentlicht, einen tollen Mehrwert bietet, informativ ist und darüber hinaus noch ein gewisses Keyword bedient, dann hat man sehr gute Chancen, dass der Algorithmus von Google das auch irgendwann mitbekommt. Zumindest lautet so der Standpunkt von Google.

Leider ist es nach wie vor der Fall, dass guter Content mitunter alleine nicht ausreicht. In einer solchen Situation, kann es sich lohnen Hilfe vom Experten in Anspruch zu nehmen.

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